ADS- und ADHS-Training

ADS

ADS wird manchmal liebevoll die „kleine Schwester“ vom großen Bruder ADHS genannt. Was aber ist ADS?

Konzentrationstraining bei Doris Fiala in der Praxis

In der Praxis „Stehaufmännchen“ bei Doris Fiala, Wien

Kindern und Jugendlichen mit der Diagnose ADS fällt es im Vergleich mit Kindern desselben Alters schwer die Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum auf eine Sache/Aktivität zu richten.
Erwähnenswert ist aber durchaus, dass es hier meist um fremdbestimmte Aktivitäten, wie z.B. Lernen in der Schule, Hausübungen machen, ruhig am Esstisch sitzen u. ä. handelt.
Geht es jedoch um eine selbstbestimmte Handlung des Kindes und/oder um die Wichtigkeit eines bestimmten Verhaltens bzw. Anlasses, können sich ADS- und ADHS-diagnostizierte Kinder/Jugendliche mit einer Ausdauer und Vehemenz dafür einsetzen, die wiederum das Gegenteil des oben beschriebenen Verhaltens beschreibt.
Gerhard Spitzer, selbst von ADHS betroffen stellt folgende Frage in den Raum:
Handelt es sich um ein Defizit oder ist es eine Überhäufung bzw. Anhäufung an Wahrnehmungs-Reizen, – wobei sich die betroffene Person nicht entscheiden kann?!
Sieht man bei ADS-diagnostizierten Kindern ganz genau hin, so zeigen die allermeisten von ihnen ebenso starke, innere Unruhe, Getriebenheit und alle Merkmale maßloser Überforderung.
Als ADS bezeichnet man ein Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, welches sich aber total konträr zeigen kann.
ADS zeigt sich in Form der „Träum-Suse“ oder einfach „nur“ in Ablenkbarkeit und Vergesslichkeit.
Ganz genauso wie ihre „Zappelphilipp-Kollegen“ mit ADHS.
Beispielsweise spielen auch sie zumeist unbewusst nervös mit den Fingern, blicken während eines persönlichen Gesprächs hektisch hin und her oder haben den Drang mit den Füßen zu wippen, den sie jedoch, deutlich sichtbar, oft nur mühsam zurückhalten.
Vor allem bei Mädchen lässt sich zuweilen klar beobachten, dass sie all diese kleinen sichtbaren Nervositäten mühevoll zu unterdrücken versuchen, um dann stattdessen in ihre ganz eigene Welt abzugleiten. Nach außen hin herrscht also Ruhe (Family Guide, Gerhard Spitzer, S. 12f)
Konzentrationstraining bei Doris Fiala in der Praxis

Konzentrationstraining bei Doris Fiala in der Praxis „Stehaufmännchen„, Wien

Kennzeichen von Kindern mit ADS sind

  • Träume sind oft weg
  • Vergessen von Aufgaben / Instruktionen
  • Häufig langsam – schaffen es nicht Aufgaben in bestimmter Zeit zu lösen / fertig zu stellen
  • Leicht ablenkbar
  • Trödeln, haben kein Zeitgefühl
  • Unorganisiert – haben Chaos in der Schultasche

Als Mutter eines nicht diagnostizierten, doch vermutlich von ADS-betroffenen Kindes, möchte ich Ihnen nur einen Satz mitgeben: „Mach schnell!“
– Wie oft haben wir uns schon darüber geärgert, dass sich unsere Kinder keineswegs schnell(er) bewegt haben …
Ja, das nur zum Zeitbegriff …

ADHS

ADHS bedeutet Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom.

Es beschreibt das ADS-Verhalten, gesteigert mit einer zusätzlichen motorischen Unruhe/Hyperaktivität und einer Impulsivität, welche sich im Sprachgebrauch, als auch in Handlungen abzeichnet.
Der Verlauf von ADHS-Störungen und /oder Kennzeichen beginnt schon im Säuglings- und Kleinkindesalter.
Dort noch ein sehr aktives Kind, welches meist auch Schlafprobleme aufweist, fällt mit zunehmendem Alter in die Überaktivität mit geringer Aufmerksamkeit. Entwicklungsrückstände in der motorischen, sprachlichen und visuellen Wahrnehmung treten auf.
Eltern solcher Kinder schaffen oft durch Überlastung den Sprung zum Abgrenzen bzw. Grenzen setzen nicht, wobei eine negative Eltern-Kind-Interaktion entsteht.
Im Kindergarten- bzw. Vorschulalter zeigen sich wiederum vermehrt die Probleme. Sich einordnen, an Aufforderungen halten und Grenzen einhalten haben diese Kinder nicht gelernt.
Das Grundschulalter ist für ADHS-Kinder eine Herausforderung für sich! Plötzlich sind sie mit Anforderungen konfrontiert, welchen sie nicht gewachsen sind.
ADHS Lerntraining
Gesteigerte Aktivität, motorische Unruhe und oppositionelles Verhalten (stehlen, lügen) und dissoziatives Verhalten (körperlich aggressives Verhalten, Wutausbrüche) sind die Verhaltensprobleme von ADHS.
Im Jugendalter vermindert sich meist die motorische Unruhe. Durch den aufgestauten und sehr geringen Selbstwert, finden sich Jugendliche (meist ohne Schulabschluss) im aggressiv-dissozialen Verhalten wieder. Sie tyrannisieren, streiten, entscheiden selbst, was sie tun (wollen) oder nicht. Regeln, Aufforderungen und Hinweise von Beziehungs- und Bezugspersonen werden missachtet.
ADHS im Erwachsenenalter beschreibt die Fortsetzung von oben genanntem Verhalten. Ein fehlendes soziales Umfeld, psychisches Unbehagen und keine geregelte Tätigkeit sind oft die Vorboten zu Alkoholismus und Drogenmissbrauch.
ADHS muss von klinischen Psychologen, Psychiatern oder speziell dafür ausgebildeten Personen nach ICD-10 diagnostiziert werden.

Kriterien zur ADHS-Diagnostik:

Um eine Diagnose einer ADS/ADHS-Störung zu stellen, müssen folgende Punkte erfüllt sein:
  • Die Symptome sind vor dem 7. Lebensjahr aufgetreten
  • Die Beeinträchtigung umfasst mindestens zwei soziale Umfelder (z.B.: Schule und Zuhause)
  • Die schulische, soziale und berufliche Entwicklung ist gestört
  • Andere Erkrankungen und Störungen lassen sich ausschließen
Derzeit biete ich ein ADS- und ADHS-Training nur für Kinder im Grundschul-Alter (Volkschule) und als ADHS-Elterntrainer an. Ich freue mich über Ihr Interesse. Kontakt